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Latenzprobleme mit Audio-Interfaces

Dieser Artikel erklärt, wie sich die Puffer-Größe auf die Latenz auswirkt und welchen Einfluss die unterschiedlichen Sampling-Raten darauf haben.

Wenn Sie Audio aufnehmen, bemerken Sie unter Umständen eine verzögerte Wiedergabe des Signals. Dies geschieht in der Regel, weil der Computer eine bestimmte Zeit benötigt um das Signal zu bearbeiten und es wieder an das Audio-Interface zu schicken. Die für diesen Prozess benötigte Zeit wird durch die Puffer-Größe festgelegt, welche Sie Ihren individuellen Anforderungen entsprechend bestimmen können. Mit einer niedrigen Puffer-Größe (und damit niedriger Latenz), hat der Prozessor Ihres Computers weniger Zeit zur Verarbeitung des Audiosignals. Folglich steigt die benötigte CPU-Last deutlich an. Ziel sollte demnach sein, eine akzeptable Puffer-Größe zu finden, die Ihre Audiosignale schnell verarbeitet und dennoch das System nicht an seine Grenzen, oder gar darüber hinaus bringt. Ist dies jedoch der Fall, äußert sich das in der Regel an Knacksern, zu langsamer Wiedergabe, bis hin zu Aussetzern.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Puffer-Größe dafür verantwortlich ist, welche Zeit der Prozessor Ihres Computers benötigt, um Audiosignale zu bearbeiten, bevor diese weitergeleitet werden und von der Recording-Software als auch dem Audio-Interface wiedergegeben werden. Eine höhere Puffer-Größe erzeugt eine höhere Latenz, während eine niedrige Puffer-Größe diese entsprechend verringert.

Latenzen werden in Millisekunden gemessen und je nach dem welches Interface Sie verwenden, werden diese in `Samples´ oder ´Millisekunden´ angezeigt. Eine in ´Samples´ angezeigte Puffer-Größe entspricht einer gewissen Zeit, die wiederum anbhängig von der gewählten Sampling-Rate (der Menge an ´Samples´ pro Sekunde) ist. Angenommen, Sie stellen eine Puffer-Größe von 512 Samples ein. Die Menge an Zeit (in Millisekunden), die 512 Samples tatsächlich entsprechen ist davon abhängig, wie viel Zeit notwendig ist, diese Samples abzutasten. Bei höheren Sampling-Raten geschieht dies entsprechend schnell, somit ist die resultierende Gesamtlatenz hierbei auch wesentlich geringer als bei einer niedrig eingestellten Sampling-Rate. Wenn Sie die Puffer-Größe in ´Millisekunden´ einstellen, steuern Sie die tatsächliche Latenz in der Zeit, wobei die Puffer-Größe diesem Wert, je nach eingestellter Sampling-Rate, entsprechend angepasst wird.

  • Auf einem Mac wird die Puffer-Größe direkt in der DAW eingestellt. Für gewöhnlich geschieht das in den ´Audio-Einstellugen´ des jeweiligen Programms.

  • Auf einem Windows PC wir die Puffer-Größe in der ´MixControl´, oder dem ´Control Panel´ eingestellt.

  • Wieviel Latenz ist wirklich ´zu viel´?

    Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie lang eine Millisekunde tatsächlich ist, geben wir hier einige Beispiele aus der Praxis, die Ihnen durchaus vertraut sind:

  • Ein Augenzwinkern dauert zwischen 300 und 400 Millisekunden.

  • Die Zeit, die der Klang einer Snare-Drum benötigt, um an das Ohr des Schlagzeugers zu gelangen beträgt ungefähr 2,1 Millisekunden.

  • Zwei Menschen, die an den jeweils gegenüberliegenden Enden eines Busses stehen (Entfernung ca. 15 Meter) und sich unterhalten, hören sich nach circa 43 Millisekunden. *

  • * Wir gehen dabei von einer Schallgeschwindigkeit von 343 Metern pro Sekunde aus.

    Warum kann ich Latenz hören?

    Die Latenz, die Sie mit der Puffer-Größe (und der Sampling-Rate) einstellen, ist nicht die einzige Latenz die sich tatsächlich auf das Audiosignal auswirkt, bis dieses Ihr Ohr erreicht. Auch Software, Plug-Ins und Computer erzeugen zusätzliche Latenz. Generell lässt sich zwar sagen, dass je besser der Computer ist, desto weniger Latenz entsteht, allerdings hängt die tatsächich resultierende Gesamtlatenz ebenso vom Zustand Ihres Rechners ab. Wir empfehlen Ihnen daher an dieser Stelle, einen zusätzlichen Blick auf die Tipps zur System-Optimierung von ´Windows7´, ´WindowsVista´ und ´Windows XP´ in unserer Answerbase zu werfen.

    Zero/Ultra Low Latency Tracking und Direct Monitor

    Unsere Audio-Interfaces bieten ´Zero/Ultra Low Latency Tracking´, so wie ´Direct Monitoring´ -Optionen, um Latenzprobleme so gut wie möglich zu umgehen.

    Das ´Zero/Ultra Low Tracking´ -Preset ist in der ´MixControl´ -Software der Modelle `Saffire´ und ´Scarlett´ verfügbar. Dabei ist ´Mix 1´ in seiner Werkseinstellung, eine Kombination sämtlicher analoger Eingänge und der ´DAW 1+2´. Die analoge Eingänge werden direkt einem analogen Ausgang zugewiesen, ohne dass die Signale vorab den Computer durchlaufen. Das bedeutet, Sie hören Ihre Aufnahmequellen ohne Latenz, welche durch die Bearbeitungszeit des Prozessors nochmals hinzugekommen wäre.´Mix 1´ beinhaltet auch Ihren Playback von ´DAW 1+2´, so daß Sie dazu Ihre Eingänge hören und aufnehmen können.

    Die ´Direct Monitor´ -Funktion, welche für unsere Interfaces die über keine ´MixControl´ verfügen, erhältlich ist, bietet die selben Merkmale wie in oben genanntem Beispiel. Wenn Sie diese verwenden, hören Sie die Audiosignale der Aufnahmequelle ebenfalls, bevor sie den Computer durchlaufen. Auch hier wird die dadurch entstehende Latenz wieder umgangen.

    Achten Sie allerdings darauf, dass Sie die jeweilige Audiospur auf der Sie aufnehmen möchten, in Ihrer Recording-Software während dieses Vorgangs stumm schalten. Sofern Sie dies nicht tun, hören Sie das Signal doppelt oder als Echo, weil zum einen das direkte Signal (bevor des den Computer durchläuft) und zugeleich das im Rechner bearbeitete wiedergegeben wird. Ein Stummschalten bewirkt, dass Sie lediglich das direkte Aufnahmesignal hören.

    Weitere Informationen finden Sie in unseren Tutorials zur ´MixControl´.

    Sollten Sie weitere Fragen an dieser Stelle haben, setzen Sie ich bitte mit unserem Kundendienst in Verbindung.

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